Hunderte kleine Explosionen

Die Matrix-Filme, längst Kult und nicht mehr wegzudenkender Teil der Filmgeschichte, veränderten nicht nur unsere Seh- und Denkgewohnheiten, sondern ebenso unsere Hörgewohnheit: Denn hier bedingt das eine unausweichlich das andere. Sehen, Denken, Hören sind in jeder einzelnen Sequenz ineinander gefaltet: Man sieht, weil man hört, man hört, weil man dem, was man sieht, folgt und so sieht man hörend und hört sehend. Nur so funktionieren diese Filme: Aufmerksamkeit für jeden Ton, für jedes Pixel und jede Silbe einfordernd.

Und wie um diesen Sachverhalt nochmals zu unterstreichen und unmissverständlich auszustellen, organisierte die Europäische Philharmonie einen legendären und weithin einzigartigen Abend: Matrix in Concert im Kongresszentrum Prag. Auf der Leinwand die Pixel, aus den Boxen die Silben und aus dem Orchestergraben der Ton. Davor ein bis auf den letzten Platz ausverkaufter Saal rauchender Köpfe: Das synaptische System auf Hochtouren, die Luft flirrend vor Aufmerksamkeit und Anspannung. Denn dort, wo alle drei Komponenten dieses Gesamtkunstwerks aufeinandertreffen, ereignen sich hunderte kleine Explosionen, die das ausmachen, was es war: Kino. Mit allen Sinnen, mit dem ganzen Körper.

Die Filmmusik live aufgeführt vom Praga Sinfonietta und dem Charles’ University Choir, dirigiert vom Komponisten Don Davis persönlich, alleine wäre eine Reise nach Prag wert gewesen! Keine Frage! Das oben beschriebene Spektakel jedoch umso mehr. Und so sind wir froh und dankbar zugleich als Technikdienstleister vor Ort gewesen zu sein. Eine Ehre und Ehrung gleichermaßen. Dazu auch für uns ein unvergesslicher Abend.