BIG cinema-Filmempfehlungen 

Sie überlegen Ihr Firmenjubiläum, die Eröffnung oder einen anderen Anlass mit Ihren Kunden oder Freunden zu feiern? Sie planen sich bei Ihren Angestellten und deren Familien für eine gelungene Zusammenarbeit zu bedanken? Sie veranstalten ohnehin Kinoevents und Ihnen fehlt nur noch der passende Film für einen Abend, der in Erinnerung bleiben soll? 

BIG cinema bietet Ihnen nicht nur die passende Technik für Ihr Event und organisiert die Infrastruktur, die für einen außergewöhnlichen Filmabend nötig ist, sondern steht auch bei der Auswahl des passenden Films helfend an Ihrer Seite. Nicht zuletzt mit der BIG cinema-Filmübersicht und dem hauseigenen Bewertungssystem, das sie mühelos durch die vermeintlich unüberschaubare Welt des Kinos navigiert. Lesen Sie hier, welche Neuheiten in die Kinos kommen, welche Filme sich für Openair- oder Autokino-Screenings bewährten oder welche Filme wir gesehen haben und Ihnen weiterempfehlen können, um aus Ihrem Anlass ein Kinoevent zu machen.

Unsere Kategorien:

Open-Air Kino 

Zum Sommer gehört genauso wie Baden im See und Eis am Stiel das Flimmern eines Projektors im Garten, im Park, im Hinterhof oder in der alten Burgruine außerhalb der Stadt. Sommer ist Openair-Kino. Opernair-Kino ist, wenn sich Menschen auf Decken, mitgebrachten Stühlen oder unter Regenschirmen kurz vor Sonnenuntergang im Freien zusammensetzen, um gemeinsam großes Kino zu erleben.

Dass hierfür nicht jeder Film gleich passend ist, die Auswahl des genau richtigen Films für den Erfolg jedoch genauso entscheidend ist, wie das Wetter, muss bedacht werden. Für das passende Wetter können wir leider nicht sorgen, das liegt in Ihren Händen, bei der Auswahl des Films können wir jedoch behilflich sein. Hier finden Sie die BIG cinema-Openair-Filmempfehlungen.

Das perfekte Flimmern für Ihr Grün!

Autokino

Wir kennen es doch alle. Wenn auch nicht aus eigener Erfahrung, dann doch aus Büchern oder Filmen: Vaters Auto, eine Tüte mit Snacks, die wohlbedacht vor den Augen der Veranstalter versteckt unter dem Sitz auf ihren Einsatz bei der ersten spannenden Szene wartet, die neue Liebschaft auf dem Beifahrersitz. Oder: Ein geschmuggelter Sechserträger Bier (nicht für den Fahrer natürlich!), ein blinder Passagier im Kofferraum und Erdnüsse. Oder: Allerhand Decken und Kissen für die Kinder, das Erstaunen, wenn plötzlich der Filmton durch das Radio empfangen wird und Füße, die ausnahmsweise auf den Sitzen abgelegt werden dürfen.

Kein anderes Format hat eine solche Dynamik wie das Autokino: Gemeinsamer Film und doch die gemütliche Atmosphäre im eigenen Auto, das für einen Abend zum Sofa wird. Doch wer glaubt, das Spektakel des Autokinos an sich würde schon ausreichen, um den Abend gelungen zu nennen, irrt sich. Zwar scheint klar, dass in Autokinos auch andere Streifen als solche mit sowie über Autos gezeigt werden können...

Aber welche das sein könnten, erfahren Sie hier.

Familienkino

Wer in einer Familie aufwuchs, in der nur Vater oder Mutter die Macht über die Fernbedienung hatte, fing wahrscheinlich früh an zu lesen. Oder sparte ab dem viertenGeburtstag für einen eigenen Fernsehen, dessen Fernbedienung als kleines Heiligtum versteckt wurde. Dabei gibt es doch wenig schöneres als sich auf der Couch zu versammeln, darüber zu debattieren – Tränen sind leider nie ausgeschlossen – welchen Film man sich ansehen könnte und ob und wo die obligatorische Pizza bestellt wird. Gemeinsam verbrachte Zeit. Gemeinsam erlebtes Kinoabenteuer. 

Damit bei und vor allem vor Ihrem Familienkino-Event so viele Auge wie möglich trocken bleiben, sollten Sie behutsam abwägen: Wie viele singende und tanzende Katzen, wie viele grummelige Großväter, deren Herzen erst erobert werden wollen, wie viele Piraten, die nur auf den ersten Blick angsteinflößend sind und wie viele vergiftete Äpfel kommen in welchem Film vor. Gar nicht so ganz einfach also! Und auch wenn Katzen und Hexen kein Garant sind, so rettet eine mehr oder eine weniger vielleicht doch den Nachmittag...

BIG cinema zählt für Sie. Den Schönsten auswählen, dürfen aber Sie! Hier zum Beispiel.

Kinoklassiker

Die Erfahrung zeigte, dass wer Klassiker der Kinogeschichte vorführt, keineswegs nur lernen muss, wie er mit einer Horde Tweedjackets und Hornbrillen umzugehen hat. Ob in Farbe oder nicht, ob mit Ton oder ohne, das Bild vor der Leinwand ist bunter als man es sich für gewöhnlich vorstellt: Keine Unmassen Woody Allens, in dunklen Rollkrägen, keine streng riechende Füße, die auf mitgebrachten Buchdeckeln die Kommata im Programmheft rot umkreisen... Sondern vielmehr eine begeisterte Schar solcher, die leider zu spät geboren wurden, um die nun staubigen Schätze damals im Kino zu sehen. Oder deren Erinnerung an damals selbst staubig wurde. Damals, als noch eine Klavier in jedem Kinosaal stand. Damals, als noch vor jeder Vorführung Eis verkauft wurde. Damals, als noch während des Films geraucht werden durfte. Damals eben.

Auch wenn Sie nicht wünschen, dass während Ihrer Veranstaltung geraucht wird oder Sie großer Liebhaber von Klaviergeklimper im Kinosessel sind, ein Stück vom Damals lässt sich wiederbeleben. Auf Ihrer Leinwand. Und zu spät Geborene sind oder werden wir alle, keine Frage! Ob ein Klassiker jedoch auch bei Ihnen vorgeführt wird, könnte eine sein.

Wir gruben für Sie und pusteten den Staub von den Rollen – Was wir fanden, lesen sie hier.

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Unsere Filme:

»Ocean's Eight«: Komödie, Thriller // USA // R: Gary Ross // 1:50h // Kinostart: 21.07.2018 // Verleiher: Warner Bros. GmbH // FSK 0

Nachdem zum ersten Mal mit »Solo: A Star Wars Story« ein Star Wars Film an den Kinokassen gefloppt ist, sind wir gespannt, was uns das zweite Kinohalbjahr 2018 noch zu bieten hat. Zunächst wird Sandra Bullock in »Ocean´s Eight« als Schwester des durch die Vorgängerteile berühmt berüchtigt gewordenen Gauners Danny Ocean in der bisher von Männern dominierten Ganovenwelt für Aufregung sorgen. Frisch aus dem Knast gekommen, stellt sie ein Team von talentierten Meisterdiebinnen zusammen, um ihren im Gefängnis geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzen: eine Halskette im Wert von 150 Millionen Dollar zu stehlen. Nebenbei rächt sie sich damit auch bei einem fiesen Galeriebesitzer, mit dem sie noch eine Rechnung offen hat...

»Ant-Man And The Wasp«: Action, Sci-Fi, Abenteuer // USA // R: Peyton Reed // 1:58 // Kinostart: 26.07.2018 // Verleiher: Walt Disney Germany // FSK 12/16

In »Ant-Man and the Wasp«, der Fortsetzung von 2015, kann sich Paul Rudds Scott Lang als Ant Man schrumpfen oder gigantisch groß werden und mit Ameisen kommunizieren. Der Versuch, sein Familienleben mit seinem Superheldendasein unter einen Hut zu bekommen scheitert, da er von seinem Mentor Dr. Hank Pym (Michael Douglas) den Auftrag bekommt, Hope zu finden, die nach einer gefährlichen Mission als vermisst gilt. Unterstützung bekommt der Ant Man dabei von Hopes Tochter (Evangeline Lilly), die als Superheldenwespe über ähnliche Kräfte und Fähigkeiten wie der Ant Man verfügt. Viel Action und außergewöhnlicher Humor machen diesen Film auf jeden Fall sehenswert! 

»Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen«: Fantasy, Abenteuer // GB, USA // R: David Yates // Kinostart: 15.11.2018 // Verleiher: Warner Bros. GmbH

Gespannt sind wir auf den zweiten Teil der Phantastischen Tierwesen: »Grindelwalds Verbrechen«. Nachdem der erste Teil entgegen vieler Erwartungen doch die Herzen der Zuschauer erobern konnte, versucht Gellert Grindelwald (Jonny Depp) nun nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis noch mehr Anhänger um sich zu scharen, um eine Herrschaft reinblütiger Zauberer gegen Muggeleinflüsse aufzubauen. Einzig der junge Dumbledore (Jude Law), Grindelwalds früherer Freund, wäre in der Lage, ihn aufzuhalten. Dafür braucht er aber die Hilfe seines ehemaligen Schülers Scamander. Dieser macht sich mit der Hilfe von Newt und seinen Freunden in Europa auf die Jagd nach Grindelwald – und gerät dabei in immer mehr komplizierte Verstrickungen. Nicht zuletzt, da sich sein eigener Bruder mit Leta Lestrange verlobt, die Newt einst viel bedeutete.

»Bohemian Rhapsody«: Biografie, Musik, Drama // USA // R: Bryan Singer // Kinostart: 31.10.2018 // Verleiher: Fox Deutschland 

In Umbesetzungen wartet schließlich zum Ende des Jahres mit »Bohemian Rhapsody« ein biografischer Film über die Erfolgsband Queen auf uns. Die 1970 gegründete Band wird schnell populär und feiert Hit um Hit. Doch hinter der strahlenden Fassade hat der aus dem heutigen Tansania stammende Freddy Mercury (Rami Malek) mit seiner inneren Zerissenheit und seiner Homosexualität  zu kämpfen. Schließlich verlässt er die Band, um eine Solokarriere hinzulegen, was ihm ohne seine Mitstreiter allerdings nicht sonderlich gut gelingt. Obwohl er mittlerweile an AIDS erkrankt ist, schafft er es dennoch seine ehemaligen Bandmitglieder wieder zusammen zu trommeln und beim Live Aid einen der legendärsten Auftritte der Musikgeschichte hinzulegen. Ob 2019 das noch übertreffen kann...?

»Shape of Water«: Fantasy, Drama // USA // R: Guillermo de Toro // 2:03h // Kinostart: 15.02.2018 // Verleiher: FOX Deutschland // FSK 16

Nach großartigen Mystery-Horror Filmen wie »Pans Labyrinth« (2006) oder »Crimson Peak« (2015) kommt mit »Shape of Water« (2018) ein neuer Film des mexikanischen Regisseurs Guillermo de Toro in die Kinos. Gleich mehrfach bei verschiedenen Festivals nominiert und ausgezeichnet (unter anderem zwei Oscars, für Beste Regie und Bester Film) bringt »Shape of Water« de Toro die Anerkennung ein, die er schon lange verdient hat und uns als Cineasten ein Kinoerlebnis ganz besonderer Art. Denn kein anderer Regisseur versteht sich derart gut darin, die Verwobenheiten zwischen Realität und Fantasie auf der Leinwand auszuhandeln, in eine realistische Kulisse Welten einbrechen zu lassen, die die Imagination herausfordern. In seinem neusten Film sieht sich das so: USA, zur Zeit des Kalten Krieges. Die stumme Elisa, kongenial gespielt von Sally Hawkins, arbeitet in einem Hochsicherheitslabor der US-amerikanischen Regierung und entdeckt zufällig ein streng geheimes Labor, in dem absonderliche Experimente vor der Öffentlichkeit versteckt vorangetrieben werden. In einem Tank gefangen findet sie ein mysteriöses Fischwesen (Doug Jones), das dort auf Grund seiner vermeintlich heilenden Kräfte für den Fall eines Kriegsausbruchs festgehalten wird. Zusammen mit ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) gelingt es ihr den Amphibienmann aus seinem Gefängnis zu schmuggeln, doch bringt die waghalsige Befreiung nicht die ersehnte Freiheit, sondern führt zu einer gnadenlosen Jagd auf die beiden Liebenden durch das Militär und den Laborleiter Strickland (Michael Shannon). In die ohnehin bedrückende Atmosphäre des Kalten Krieges, der Schizophrenie und geheimen Aufrüstungen bricht die ungeahnte Gnadenlosigkeit der Welt der Mächtigen ein.

»Three Billboards Outside Ebbing, Missouri«: Drama // GB,USA // R: Martin McDonagh // 1:56h // Kinostart: 25.01.2018 // FSK 12

Ein Drama, das durchaus Züge einer wirklich schwarzen Komödie aufweist, über Mildred Hayes (Frances McDormand), eine Mutter, deren Tochter ermordet wurde und die sich mit der Polizei ihrer Kleinstadt anlegt, weil diese noch keinen Verdächtigen gefunden hat. Einige Monate nach der Ermordung ihrer Tochter hat Mildred Hayes die Schnauze voll: Der Schmerz des Verlustes ihrer Tochter trifft auf die scheinbare Unfähigkeit der Polizei einen Verdächtigen zu finden und so bringt sie eines Nachts drei Plakate auf drei verwaiste Werbetafeln an der Straße nach Ebbing, Missouri an, auf denen sie sowohl Polizeichef William Willoughgy (Woody Harrelson) als auch die Polizeibehörde der Kleinstadt angreift. Die Situation eskaliert, die Medien werden auf den Fall aufmerksam und die Stadt spaltet sich in zwei Lager. Ebbing erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Vor allem auf Grund der beeindruckenden schauspielerischen Leistung von Frances McDormand in einer starken Frauenrolle, die sich, ehe sie vergeblich wartet, selbst zu helfen weiß, ist dieser Film, was er ist: Grandios. Ein Film gleichsam über den schmerzhaften Verlust, das ländliche Amerika, die Kleinstadt wie ein düsteres Porträt der Polizeiarbeit, das der Regisseur von »7 Psychos« oder »Brügge sehen...und sterben?« mit »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« vorlegt. Vier Golden Globes, zwei Oscars und zahlreiche überaus positive Rezensionen sprechen sowohl für die schauspielerische Leistung, als auch für die Arbeit von Martin McDonagh, der mit diesem Film sein persönliches Lieblingsprojekt realisieren konnte.

»Don't worry, weglaufen geht nicht«: Drama, Biografie // USA // R: Gus van Sant // 1:55h // Kinostart: 16.08.2018 // Verleiher: NFP // FSK 12

Gus van Sants Biopic-Drama über den querschnittsgelähmten Comiczeichner John Callahan (gespielt von Joaquin Phoenix) ist im Vergleich zu früheren Filmen des amerikanischen Regisseurs, darunter »Good Will Hunting«, »Elephant« oder »Milk«, vielleicht nicht bemerkenswert, fügt sich jedoch in die Reihe äußerst gelungenen Kinos ohne Zweifel ein. Vor allem durch die starke Fokussierung auf seinen Protagonisten John Callahan und dessen achterbahnartige Lebensgeschichte gewinnt »Don't Worry« an Tiefe, die den Zuschauer hält. John, der sein ausschweifendes Leben in vollen Zügen genießt und gänzlich im Hier und Jetzt zu leben scheint, wird bei einem Autounfall, bei dem sowohl er als auch sein Saufkumpane sturzbetrunken sind, so schwer verletzt, dass er für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt bleibt. Was darauf folgt, mutet zwar abenteuerlich hergeholt an, ergibt sich jedoch durch die Erzählstruktur des Films und wirkt passender als gedacht: In einer skurrilen Runde der Anonymen Alkoholiker findet er nicht nur die Kraft mit dem Trinken aufzuhören, sondern auch seine große Liebe. Wer denkt bei diesem Happy End könne es bleiben, wird Augen machen. Nicht genug nämlich, entdeckt der nun nüchterne John seine Begabung als Zeichner und wird mit einem Schlag berühmt. Prominent besetzt, handwerklich versiert inszeniert und leicht konsumierbar, ist Gus van Sant neuster Film auf jeden Fall einen Abend wert.

»Ein Kind zur Zeit - The Child in Time«: Drama // GB // R: Julian Farino // Kinostart: 05.07.2018 // Verleiher: StudioCanal Deutschland // FSK 12

Ob als Doctor Strange, Sherlock Holmes oder Stephen Hawkins, Benedict Cumberbatch auf der Leinwand zu sehen, macht nicht zur Freude, sondern gilt schon fast als Qualitätssiegel für den Film. So auch in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ian McEwan, wo Cumberbatch, als gebrochener Vater Stephen Lewis, an der Seite von Kelly McDonald um den Verlust seiner Tochter trauert. Idyllisch fängt »Ein Kind zur Zeit« an: Ein intaktes Ehe- und Familienleben, ein erfolgreicher Kinderbuchautor, das perfekte Dasein. Bis zum spurlosen Verschwinden der gemeinsamen Tochter Kate beim Einkaufen im Supermarkt mit ihrem Vater. Überfordert vom Verlust und der Hoffnungslosigkeit jeglicher Bemühungen die kleine Kate wieder zu finden, entfernen sich die Eltern voneinander. Das Gemeinsame zerbricht und jeder versucht für sich mit dem um sich greifenden, allgegenwärtigen Schmerz umzugehen. Und auch wenn die Thematik des Films nicht umwerfend innovativ ist, zuletzt beispielsweise in »Rabbit Hole« von John Cameron Mitchell verhandelt, so zeichnet sich das Drama von Julian Farino vor allem auf Grund der exzellenten Besetzung, der Ästhetik des Bildes sowie der eingesetzten narrativen Verfahren aus. Keine leichte Kost, aber auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

»A Star is born«: Drama, Musik // USA // R:Bradley Cooper // Kinostart: 04.10.2018 // Verleiher: Warner Bros. GmbH // FSK 12/16

Man könnte das Regiedebüt von Bradley Cooper umständlich als Remake eines Remakes eines Remakes eines Remakes bezeichnen. Oder einfach als äußerst gelungene Wiederaufnahme einer rührenden Geschichte. Nämlich der um den Countrysänger Jackson Maine (Bradley Cooper himself) dessen Karriere zu Ende ist und der um Ally (Lady Gaga) deren Karriere mit Hilfe des Alt-Stars erst beginnt. Was folgt ist eine Liebesgeschichte gleichsam wie eine Geschichte des Auf- und Abstiegs. Denn während aus der Unbekannten über Nacht eine neue Gesangssensation wird, verliert sich Jackson Maine immer weiter in seiner, sich zur Lebenskrise auswachsenden, emotionalen Schieflage. Nachdem sich Filmgrößen wie Judy Garlant und Barbra Steisand an der Figur des aufgehenden Stars Ally versuchen konnten, beweist nun mit »A star is born« die Golden-Globe-Gewinnerin Lady Gaga ihr darstellerisches Talent. Außerdem bekräftigt Bradley Cooper als Regisseur eine alte Weisheit: Nämlich, dass es nicht darauf ankommt, ob eine Geschichte schon erzählt wurde, sondern darauf, wie und mit welchen Mitteln sie erzählt wird. Somit ist die Wiederaufnahme des Showbusiness-Dramas keine plumpe Wiederholung, sondern gekonnte Aktualisierung eines zeitlosen Stoffs, die es mit Filmen wie »Crazy Heart« (2010), »Walk the Line« (2005) oder »Born to be Blue« (2015) aufnehmen kann.

Roman J. Israel, Esq. - Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit«: Drama, Thriller // USA // R: Dan Gilroy // 2:03h // Kinostart: 19.04.2018 // Verleiher: Sony Pictures Germany // FSK 6

Es ist nicht nur ein Film mit Startbesetzung, Danzel Washington als idealistischer Anwalt Roman Israel und Colin Farrell als neuer Arbeitgeber, sondern auch die zweite Regiearbeit von Dan Gilroy, der mit dem Medien-Thriller »Nightcrawler« (2014) ein fulminantes Debüt hinlegte. Abgründig wird es hier wie dort: Nachdem Lou Bloom in ebenjenem Debüt seinen Glauben an den auf ehrlichem Wege zu erreichenden American Dream aufgeben und zur Waffe greifen musste, wirft in Film Nummer zwei Roman Israel seinen Idealismus über Bord und beschließt, das System zu seinen Gunsten auszunutzen. So geht es auch in »Roman J.Israel, Esq.« um überstrapazierte Moralität, die Grenzen der Hoffnung sowie das Scheitern eines Systems, das vorgibt, jeder könne es zu etwas bringen, sofern er nur hart und vor allem ehrlich genug arbeitet. Gesellschaftskritik im Kleide eines fesselnden Thrillers, der weitaus mehr zu bieten hat, als endlose Szenen in Gerichtsräumen und sterilen Anwaltskanzleien.

»Sicario 2«: Thriller, Action // USA, IT // R: Stefano Sollima // 2:03h // Kinostart: 19.07.2018 // Verleiher: StudioCanal Deutschland // FSK 18

Bereits das Urteil der zuständigen FSK-Prüfstelle, die den zweiten Teil der als Trilogie angelegten filmischen Verarbeitung des eskalierenden Drogenkriegs an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze, mit dem Siegel 'Nicht jugendfrei' belegte, spricht dafür, dass es noch blutiger und wüster zugeht als im ersten Teil (seinerzeit FSK 16). Und das tut es, jedoch ohne dabei wirklich sinnlos zu werden. FBI-Agent Matt Graver (Josh Brolin) und Auftragskiller Alejandro Gillick (Benicio Del Toro) sind zwei Jahre nach ihrem letzten Einsatz erneut an der amerikanisch-mexikanischen Grenze unterwegs, wo mittlerweile endgültig Ausnahmezustand herrscht: Terroristen schleusen massenweise unbemerkt Selbstmordattentäter in die USA, die dort Anschläge verüben sollen. Als in einem Kaufhaus durch einen solchen Anschlag zahlreiche ZivilistInnen umkommen, soll Alejandro eingreifen. Ein riskanter wie perfider Plan wird aufgestellt... Auch wenn man »Sicario 2« den Regisseurwechsel anmerkt, beim ersten Teil führte der Kanadier Denis Villeneuve Regie, nun ist es Stefano Sollima, bekannt durch u.a. »Gomrrha« (2014) und »Suburra« (2017), bleibt es dabei: Action-Polit-Thriller auf höchstem Niveau! Dabei wechselte die Perspektive auf die Situation von Resthoffnung (in »Sicario« verkörpert durch Emily Blunt als hochengagierte FBI-Agentin) zu absoluter Hoffnungslosigkeit, die Sollima mit realistisch-tristen Bildern gekonnt ablichtet. Damit beweist er ein hervorragendes Gespür für die Atmosphäre, die dann herrscht, wenn alles jederzeit möglich ist.

 

»Early Man - Steinzeit bereit«: Animation, Komödie // USA, GB, FR // 1:29h // Kinostart: 26.04.2018 // Verleiher: StudioCanal Deutschland // FSK 0

Nachdem in den immer mehr 3D-computeranimierte Filme, wie beispielsweise »Coco – Lebendiger als das Leben« oder »Sherlock Gnomes« (2018), das Familienkino dominieren, bringt »Wallace & Gromit«-Erfinder Nick Park mit seinem Knetmassen-Stop-Motion-Film »Early Man-Steinzeit bereit« etwas Abwechslung in die Trickfilmwelt. Dass die Zusammenarbeit des vierfachen Oscar-Preisträgers mit den Aardman Animation Studios aus Bristol nach vielversprechend ist, weiß der, der sich noch an seine schmerzenden Lachmuskeln nach dem Kinobesuch von »Shawn das Schaf« (2007), »Chicken Run – Hennen rennen« (2000) oder eben »Wallace&Gromit« (2005) erinnert. Und so ließt sich der äußerst unterhaltsame Plot: Ein Epochenwechsel steht an. Ein weiterer Schritt in der Evolution des Menschen, namentlich vom Steinzeit- zum Bronzezeitmenschen. Und dass das nicht allen gleich gut schmeckt, erfährt man recht schnell. Dug, zum Beispiel, der zusammen mit seinem Wildscheinkumpel Hognob nichts unversucht lässt, um die Steinzeit zu verteidigen. Evolution hin oder her, ein Schnippchen ist für Dug und seine Steinzeitler immer drin! Ein herrlichen Knetmassen-Spektakel, das für alle, klein wie groß verständlich, einen Finger in die allzu menschliche Wunde legt: Jede Veränderung schlägt auf den Magen und nicht jeder hält mühelos mit der Zeit Schritt. Das wundervollste an »Early Man« ist aber, dass man lachend lernt. Der Mensch bevölkert nicht schon immer mit dem Smartphone am Ohr den Planeten, sondern war Dug ehe er zu Wallace & co. wurde. Freundschaft aber wird durch Nick Parks Geschichten zur unerlässlich unanzweifelbaren Konstante. Große Knete!

»Isle of Dogs - Ataris Reise«: Animation // Abenteuer // D, USA // R: Wes Anderson // 1:42h // Kinostart: 10.05.2018 // FOX Deutschland // FSK 6

Freudig sollte man ausrufen: Endlich wieder ein Film, auf den das Prädikat für die GANZE Familie zutrifft! Denn was Wes Anderson kann, kann lediglich Wes Anderson. Nämlich gleichzeitig Filme wie »Der fantastische Mr. Fox« (2009) und »Grand Budapest Hotel« (2013), »Darjeeling Unlimited« (2007) und eben »Isle of Dogs«. Grandiose Bilder und wirklich entzückendes Storytelling. Trügen wir Hüte, wieso auch immer, da es im Kinosaal doch so selten regnet, wir zögen sie allesamt vor diesem Werk! Deshalb auch vor dem: Nicht im Heute, aber auch in keinem allzu fernen Morgen, bricht, nachdem die Hundepopulation in Japan explodierte, die Hundekrippe aus. Da die Menschen nun nicht mehr nur um ihren Raum, sondern auch um ihre Gesundheit bangen müssen, werden alle Hunde aus Megasaki City verbannt und nach Trash Island umgesiedelt. Dass so ein Zwangsexil nicht jedem passt, scheint klar und so begeben sich die Vierbeiner Boss, Chief, Rex und Duke auf die Suche nach einem Ausweg. Müll und Gestank für Alphahunde wie sie? Niemals! Als jedoch der zwölfjährige Atari Kobayashi an Bord eines gekaperten Flugzeugs auf der Insel auftaucht, ändern die Vier ihren Plan. Nicht mehr ihre Ehre und ihr Appetit steht im Mittelpunkt, sondern eine ehrenhafte Mission: Sie beschließen dem verzweifelten Atari bei der Suche nach seinem geliebten Haustier Spots zu suchen. Mit den Stimmen von u.a. Bill Murray, Bryan Cranston, Edward Norton oder Jeff Goldblum und dieser Story gelingt es Wes Anderson mal wieder die in den Kinosesseln gut gepolsterten Herzen der Zuschauer zu gewinnen. Viel Witz, Charme und gekonnte Stop-Motion festigen nicht nur die Position des Regisseurs in den Kinohandbüchern der Zukunft, sondern garantieren einen außergewöhnlichen Nachmittag-Abend.

»Die Spur«: Krimi, Drama // PL, D, SWE u.a. // R: Agnieszka Holland // 2:09h // Kinostart: 04.01.2018 // Verleiher: Film Kino Text // FSK 12

Vor allem kennt man den Namen der oscarnominierten Regisserin Agnieszka Holland aus dem Abspann von grandiosen Serie wie »The Wire«, »House of Cards«, »The Affair« oder »Treme«. Aber auch Filme wie »In Darkness« (2011) oder »Outlaw of War« (2009) sind in ihrer Filmographie gelistet. Großes Kino also. Wieso sollte da also ihr neuster Film rausfallen... Um ihren Ruhestand in vollen Züge und in Einklang mit der Natur verbringen zu können, zieht die überzeugte Veganerin und ehemalig erfolgreiche Astrologin Janina Duszejko (Agnieszka Mandat-Grabka) in ein kleines Bergdorf an der polnisch-tschechischen Grenze. Verschlafen. Verschneit. Idylle, wie man sie sich vorstellt. Doch einige Monate nach ihrem Zuzug wird die kleine Gemeinde, eingenommen und beschäftigt mit lediglich zwei Dingen: Kirche und Jagd, aufgeschreckt. Duszejko findet erst ihren Nachbarn, einen passionierten Wilderer, tot in seinem Haus – Todesursache: Ersticken durch einen Tierknochen – und wenig später die eingeschneite Leiche des Polizeichefs. Einzige Spur, die von Rotwild. Tierschutz, überkommene Traditionen und die Rollenverteilung bei der Jagd als große Themen diesen Films treffen auf bildgewaltige Naturaufnahmen sowie pointiert geführte Handlung, die unserer Borniertheit einen Spiegel vorhält. Dazu, nicht zuletzt mit Mandat-Grabka, eine brillante Besetzung, die einen Vergleich mit dem westeuropäischen Arthaus-Kino nicht zu scheuen braucht.

»Dirty Dancing«: Musik, Romanze // USA // R: Emile Ardolino // 1:40h // Kinostart: 08.10.1987 // Verleiher: Rekord Film // FSK 12

»Dirty Dancing« ist unbestritten der Tanzfilm überhaupt! Time of my life, als Song zum Film, eingebrannt, aufgeladen und überreich an kollektiven Erinnerungen. Als moderner Kinoklassiker ist dieser Film nicht mehr wegzudenken aus den Anthologien und Listen bester Filme, großer Augenblicke der Kinogeschichte oder Hitlists der meistgespielten Filme. Und das zurecht, denn die komplizierte und umwegige Liebesgeschichte zwischen dem Tanzlehrer Johnny Castle (Patrick Swayze) und dem Mädchen aus gutem Hause Francis „Baby“ Housman (Jennifer Grey) berührt und bewegt immer wieder aufs neue. Während der Sommerferien 1963, die die Familie Houseman mit ihrer Tochter in Max Kellermans Hotel verbringen, verliebt sich Tochter „Baby“ in den Tanzlehrer des Hotels, der zunächst keinerlei Interesse an einem weiteren verwöhnten Mädchen der Oberschicht hat, zumal die Hausregel des Hotel es verbietet, dass Personal und Gäste sich allzu nah kommen. Nachdem jedoch Johnnys Show-Tanzpartnerin Penny (Cynthia Rhodes) auf Grund einer ungewollten Schwangerschaft ausfällt, bietet sich Baby an im Schnelldurchgang die komplizierte Choreographie für die Mambo-Abende zu lernen. Dabei kommt sich das neuzusammengefundene Paar schnell näher und aus einer professionellen Beziehungen wird ein Liebesdrama, das zahlreiche Hürden zu nehmen hat. Mambo-Fieber, Träumereien der großen Urlaubsliebe und von unverhofftem Erfolg waren und sind ebenso sicher, wie gefüllte Kinokassen: »Dirty Dancing« bietet den Stoff zum Träumen, den wir alle von Zeit zu Zeit auftanken müssen.

»Metropolis«: Sci-Fi, Thriller // D // R: Fritz Lang // 2:33h // Kinostart: 10.01.1927 // Verleiher: Paramount Pictures Germanny // FSK 0 // Stummfilm, Expressionismus, s/w

Kaum ein anderer Film wurde und wird derart viel zitiert wie Fritz Langs kolossales Filmmeisterwerk »Metropolis«. Ob direkt oder indirekt, dieser Film ist Bezugspunkt und Referenz: Ob für »Blade Runner«, die »Matrix«-Filme oder »Flucht aus New York«. Dabei nicht nur auf Grund seines Charakter als Meilenstein der Kinogeschichte, hier vor allem aufwendig ausstaffierter monumentaler Endzeitfilme (die das vorgesehene Budget sprengen), sondern vor allem wegen der kinematographisch-ästhetischen Revolution die damit einsetzte: Spezialeffekte, innovative Aufnahmeverfahren und aufwendige Modelle. Und auch wenn all dies über die Jahrzehnte weiterentwickelt und perfektioniert wurde, ist und bleibt »Metropolis« spektakulär und wirkt keineswegs wie aus der Zeit gefallen. Ganz im Gegenteil. So wundert es auch nicht, dass die abertausenden nach diesem Film benannten Kinos der Welt bei diesem Namen blieben. Ein Name nämlich, der nicht nur Cineasten ein unwohlig-wohliges Kribbeln im Nacken sichert, sondern ebenso für höchsten Unterhaltungswert steht. Eine Liebesgeschichte zum Ende der Zeiten, ein sozial-politisches Drama über Ausbeutung, Hoffnung und den Kontrollverlust über die zu beherrscht geglaubte Technik, ein abendfüllendes Spektakel das schlussendlich versöhnlich ausgeht. Trotz Endzeitstimmung und fesselend beängstigender Atmosphäre, ein Happy End.

»Psycho«: Thriller, Horror // USA // R: Alfred Hitchcock // 1:49h // Kinostart: 07.10.1960 // FSK 12

Es gibt zahlreiche ikonische Filmszenen und »Psycho« ist voll davon. Man denke nur an die Mordszene in der Dusche beispielsweise oder die Aufnahmen, samt flackerndes Neonlicht, von Bates Motel und dem Herrenhaus auf dem Hügel dahinter. Bilder, die sich gleichsam auf die Netzhaut und abertausende Leinwände brannten. Als Master of Suspense schrieb der Brite Alfred Hitchcock Filmgeschichte und prägte nicht zuletzt mit »Psycho« das Genre Thriller, in dem er Maßstäbe setze, die noch heute als Standards gelten und an denen kein Regisseur der ähnliches versucht vorbeikommt. Und die Liste der Nachahmer, Bewunderer oder Epigonen ist lang und außerordentlich namhaft. Auf ihrer diffusen und planlosen Flucht erreicht Marion nachts ein abgelegenes Motel, Bates Motel: Twelve cabins, twelve vancancies, in dem sie die Nacht verbringen wird. Der junge Norman Bates (Anthony Perkins), der das Motel leitet, erscheint sympathisch, wenn auch etwas suspekt und skurril. Er erzählt Marion, dass er und seine Mutter gleich nebenan an dem viktorianischen Herrenhaus wohnen, wobei sie augenblicklich spürt, dass Bates Mutter ziemlich eigenwillig und vor allem äußerst dominant gegenüber ihrem Sohn ist. Was folgt ist eine Verwirrspiel mit zahlreichen Leichen, viel Blut in der Dusche und vor allem meisterhaft eingesetzte Manipulation der ZuschauerIn. Falsche Fährten, sprunghafte Sympathiewechsel und reizende Spannung bis zur letzten Filmminute. Alfred Hitchcock beweist sich nach und mit Filmen wie »Vertigo« (1958), »Das Fenster zum Hof« (1954) oder »Die Vögel« (1963) als psychologisch versierter Trickbetrüger, der immer wieder beweist, dass nichts ist wie es scheint (oder doch?) und sein Wissen über kollektive Ängste und Erwartungen gekonnt einsetzt, um die Zuschauer an die Leinwand zu fesseln. Hitchcock ist tatsächlich ein Garant! Gleich welchen Film aus der scheinbar unüberschaubaren Filmographie man wählt, unvergessliches Kino ist gesetzt.

»Casablanca«: Drama, Romanze // USA // R: Michael Curtiz // 1:42 // Produktionsjahr: 1942 // FSK 6 // s/w

As time goes by, Sätze wie Here's looking at you, kid oder Filmbilder wie Humphrey Bogart am Piano sind ohne Frage für die Ewigkeit. Ingrid Bergman als Ilsa, Humphrey Bogart als Rick Blaine oder Paul Henreid als Widerstandskämpfer Victor Laszlo unvergesslich. Figuren und Rollen, die nicht nur auf Repliken von Filmplakaten in Küchen und Wohnzimmern weiterleben, sondern im kollektiven Filmgedächtnis Ehrenplätze eingenommen haben, von denen sie nur schwer wieder wegzudenken sind. Wieso auch! Ein Meisterwerk anspruchsvollstem Kitsch bleibt ein Meisterwerk und schauspielerische Höchstleistung verdient Ruhm gleich wie viel Zeit vergangen sein mag... Zweiter Weltkrieg in Casablanca. Der Amerikaner Rick Blaine führt eine gut besuchte Bar, in der immer wieder Flüchtlinge aus Europa auf ihrem Weg in die Vereinigten Staaten auftauchen und einkehren. So auch der vor den Nazis fliehende Victor Laszlo mit seiner Frau Ilsa, was den ansonsten gelassenen Barkeeper unvorhergesehen hart trifft: Ilsa, nun auf der Flucht mit Laszlo, ist Ricks frühere Geliebte, die ihn in Paris versetzt hatte, sodass er Frankreich ohne sie hat verlassen müssen. Alte Wunden und Gefühle treffen auf eine neue heikle Konstellation: Lässt Rick die beiden in Casablanca stranden und liefert sie damit ihrem Schicksal auf oder verschafft er ihnen, trotz Skrupel und verletzter Gefühle, das begehrte Ausreisevisum und bringt sich selbst damit in Gefahr. Ein Film vor allem über die dramatisch-tragische Seite des Wortes Liebe, die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, Flucht und Mitmenschlichkeit. Dabei ist besonders letztes zeitlos und momentan aktueller denn je: Jede*r könnte jederzeit zum Flüchtling werden und wäre auf die 'bedingungslose' Hilfe anderer angewiesen – trotz Vorgeschichten, Erwartungen oder Eingenommenheiten. Sicherlich ist »Casablanca« ein Kind seiner Zeit und sicherlich ist der Film auch Kind seines (Produktions-) Ortes, USA, was nicht immer ganz unproblematisch ist. Oberflächlich betrachtet, kommt er jedoch auch nicht im Gewande eines Geschichtsfilms daher, sondern dezidiert als anspruchsvolle Romanze und als solche sollte man ihn auch begreifen. Wenn einem das gelingt – was keineswegs schwer fällt – wird man knapp zwei Stunden schmachten, mitleiden und seufzen können. Was gut tut!

»Der rote Ballon«: Komödie, Familie // FR // R: Albert Lamorisse // 0:36h // Produktionsjahr 1956 // FSK 0

Obgleich mit seinen knapp vierzig Minuten eher ein Kurzfilm, ist »Der rote Ballon« mehr als nachmittagsfüllend: Ein Kinoerlebnis für die ganze Familie, das anhält und Jung wie Alt noch Stunden oder Tage begleitet. Der rote Ballon scheint fast mühelos die Leinwand zu durchbrechen zu können, um noch einige Zeit nicht von der Seite der ZuschauerInnen zu weichen. Als treuen Begleiter nimmt man ihn mit hinaus aus dem Kinosaal, zurück ins Dreidimensionale, wo er Farbe in den zeitweise tristen Alltag zu bringen vermag. Der kleine Pascal, gespielt vom Sohn des Regisseurs (Pascal Lamorisse), ist außer sich vor Freude als er im tristen Paris einen roten Luftballon findet, von dem seine Mutter jedoch nicht möchte, dass er ihn behält. Das scheint dem roten Ballon jedoch völlig egal zu sein und so beschließt er kurzerhand bei dem Jungen zu bleiben. Ganz gleich was versucht wird, er hält treu zu seinem neuen Freund und Halter. Nicht ganz einfach im Alltag und Pascals Umgebung: In der Kirche und Schule sorgt der eigenwillige Ballon für Turbulenzen. Aber auch seine Mitschüler und neugierige Passanten beäugen das Duo skeptisch bis neidisch, sodass sich Pascal immer wieder gezwungen sieht sein Spielgerät zu verteidigen... Man muss sich nur einige wenige Filmbilder oder gar nur das Plakat ansehen, um von der Magie dieses Films angezogen zu werden. Das Rot im Grau-Blau der Stadt zieht einen augenblicklich an und hinein in die wundervolle Geschichte über Freundschaft, unverhofftes Glück und Seligkeit in einer Erwachsenenwelt, die nicht nur für Kinder manchmal allzu bedrückend ist. Enttäuschung ist ausgeschlossen – dafür trägt der rote Ballon schon Sorge!